GRB – Gesellschaft für Risikomanagement mbH
 
 

Simulationstrainings für eine sichere Patientenversorgung im neuen AGAPLESION Ev. Klinikum Schaumburg

Wer kennt das nicht? Man plant sein Traumhaus akribisch auf dem Papier und gestaltet bereits vor dem ersten Spartenstich den Innenausbau. Doch mit der Fertigstellung des Rohbaus kommen erste Sorgen und Zweifel an der richtigen Planung auf: Wurde alles bedacht? Fehlt noch eine Steckdose oder wurde vielleicht eine wichtige Kabelleitung vergessen? Um schlaflosen Nächten vorzubeugen, gilt es sich optimal vorzubereiten. Wie das geht, zeigt AGAPLESION beim Bau ihres neuen Klinikums Schaumburg.

Neues Klinikum, neue Herausforderungen
Das neue AGAPLESION Klinikum vereint drei Krankenhäuser. Insofern ist der Neubau eine besondere Herausforderung. Neben dem üblichen Bau- und Einrichtungsstress müssen unterschiedliche Teams aus verschiedenen Krankenhäusern in kürzester Zeit eine Einheit bilden. Arbeitsabläufe sind aufeinander abzustimmen und notwendige Neuausrichtungen vorzunehmen. Mit der Inbetriebnahme des Klinikums Schaumburg muss die Patientensicherheit gewährleistet sein. Doch professionelle Leistungen können Teams nur dann vollbringen, wenn sicherheitsfördernde Verhaltensmuster eingespielt sind. Dazu muss ein Team regelmäßig kritische Situationen trainieren.

Simulationstrainings für die Patientensicherheit
Um den neuen Anforderungen gerecht zu werden, absolvieren die Mitarbeitenden aus den drei Krankenhäusern gemeinsame Simulationstrainings. Die Trainingsleitung übernimmt die GRB. Sie spielt mit den Mitarbeitenden verschiedene (Notfall-)Situationen auf der Intensivstation, im OP, in der Zentralen Notaufnahme und im Kreißsaal durch.

Die Simulationstrainings in den verschiedenen Fachbereichen werden von jeweils einem Mitarbeitenden der GRB geleitet. Zum Einsatz kommen unterschiedliche Instrumenten des Risikomanagements.

In der Zentralen Notaufnahme werden Themen wie die Organisation von Patientenströmen, Isolationsmöglichkeiten und die Zusammenarbeit mit den Rettungsdiensten erörtert. Ein GRB-Mitarbeitender moderiert die Begehung und weist auf mögliche Risiken hin.

Die Mitarbeitenden aus OP, Anästhesie und Kreißsaal simulieren einen Notkaiserschnitt. Auch der Ablauf eines geplanten Kaiserschnittes wird durchgespielt. Im Fokus steht: Wie kommt die Schwangere zum Kreißsaal? Wer kümmert sich um den Ehemann der Schwangeren? Und wo wird das Neugeborene untergebracht, während die Mutter noch versorgt wird? Dadurch lernten die Mitarbeitenden im Team zu agieren. Zudem werden im Rahmen der Simulation Mängel ersichtlich, die eine sichere Patientenversorgung einschränken; mal fehlt ein Kühlschrank, mal eine Klingel an der Patiententür oder eine Steckdose an der richtigen Stelle im OP-Bereich.

Auf der Intensivstation findet ebenfalls ein Simulationstraining statt. Ein GRB-Mitarbeitender nimmt die Rolle des Patienten ein. Er täuscht Schmerzen vor und lässt sich von den Teilnehmenden behandeln. Dabei erhalten die Behandelnden hilfreiche Tipps für eine sichere Patientenversorgung. Es wird die Ausstattung der Intensivstation geprüft und einheitliche Standards in der Patientenversorgung werden erarbeitet.

Maßnahmenplan zur Risikominimierung
Die Trainings zeigen den Teams, welche Risiken in der Patientenversorgung bestehen und wie diese zu erfassen, zu strukturieren und handhabbar zu gestalten sind. Nach den Trainings erhalten die Mitarbeitenden des Klinikums Schaumburg einen schriftlich verfassten Maßnamenplan von der GRB. Dieser enthält alle identifizierten Risiken in der Patientenversorgung. Darüber hinaus sind Empfehlungen formuliert, wie die Risiken zu beheben bzw. minimieren sind.
Wird der Maßnahmenplan gewissenhaft umgesetzt, ist eine sichere Patientenversorgung garantiert.