GRB – Gesellschaft für Risikomanagement mbH
 
 

Patient Blood Management

Safety Clip der BDC Mitgliederzeitschrift “Passion Chirurgie” im November 2017

Patient Blood Management (PBM) ist ein interdisziplinäres Diagnose-, Verhaltens- und Therapiekonzept, welches mithilfe aktuellster medizinischer Erkenntnisse und Techniken die patienteneigenen Blutressourcen schützt bzw. stärkt und so zu einer Steigerung der Patientensicherheit beiträgt. Denn zwischen 10 und 50 Prozent aller chirurgischen Patienten leiden zum Zeitpunkt des operativen Eingriffs an einer Blutarmut [1]. Nach Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) werden Frauen mit einem Hämoglobin-Wert (Hb) unter 12 g/dl und Männer mit einem Hb-Wert unter 13 g/dl als anämisch bezeichnet. Erfolgt keine Korrektur, werden diese Patienten unnötigen Risiken ausgesetzt, da eine präoperative Anämie nicht nur die Wahrscheinlichkeit postoperativer Komplikationen, die Morbidität sowie die Sterblichkeit erhöhen kann, sondern auch einen unabhängigen Risikofaktor für den perioperativen Bedarf einer Fremdbluttransfusion darstellt. Natürlich ist die Fremdbluttransfusion in bestimmten Situationen, etwa bei polytraumatisierten Patienten oder nichtvermeidbaren intraoperativen Blutverlusten, eine lebensrettende Therapiemaßnahme. Mit Blick auf aktuelle Erkenntnisse sollten allogene Erythrozytenkonzentrate (EK) jedoch nur dann zur Korrektur niedriger Hb-Werte appliziert werden, wenn Alternativtherapien keine Option darstellen.


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Safety Clip - Patient Blood Management